Von der alten Barockkirche, die unter Pfarrer Johann Eckel (1715 bis 1755) erbautwurde, ist bis heute der Chor mit seinem Hochaltar erhalten. Man erkennt ihn unter anderem daran, dass rechts und links Statuen der Apostel Petrus und Paulus zu sehen sind. Es wird vermutet, dass es zuvor eine Holzkirche gab, die im 15.Jahrhundert durch eine gotische Steinkirche ersetzt wurde, bevor die neue Barockkirche entstand, die 1728 am 2. September eingeweiht wurde. Die Freigerichter Gemeinden feiern deshalb noch heute am 1. Sonntag im September Kirchweh (Kerb). Die Zahl der Gläubigen betrug damals 987 (in Somborn 464)
Unter Pfarrer Heinrich Meininger (1835 bis 1874) wurde die Kirche vergrößert und es erfolgte eine Umorientierung des Hauptschiffes von der Ost-West-Richtung in die Nord-Süd-Richtung. Eine weitere Vergrößerung der Pfarrkirche erfolgte in den Jahren 1911 bis 1913 unter Pfarrer Damian Dangel (1904 bis 1944), denn die Anzahl der Gläubigen war auf 2500 angestiegen. September 1913 wurde die heutige gotische Hallenkirche mit ihren 2 Seitenschiffen und den 2 Türmen, die mit ihren spitzen Helmen eine Höhe von 36 m aufweisen, eingeweiht. Die Kirche war mit über 500 Sitzplätzen Mitte des 20. Jahrhunderts die größte Landkirche im Bistum Fulda. Der leider nicht mehr vorhandene Hochaltar hatte ebenfalls die Apostel Petrus und Paulus an seiner Seite.
In der neuen Tabernakelstele, die seit 2002 an der Stelle des alten Hochaltars steht, erhielten die Peter und Paulstatuen wieder einen besonderen Platz zusammen mit der Heiligen Elisabeth und dem Heiligen Bonifatius. Die Kirche hat bis heute 2 Seitenaltäre: rechts der Josefaltar mit 5 Reliefdarstellungen aus dem Leben der Heiligen Familie und links der Marienaltar mit der Pieta.
Es war eigentlich nur konsequent zuerst den Pastoralverbund (gegründet 2.Juli 2006) und dann die neue Pfarrei ( gegründet 1.Januar 2023) nach den ursprünglichen Patronen Sankt Peter und Paul zu benennen. Auch die Freigerichter Kirchweih wird heute noch am 1. Sonntag im September gefeiert.
Auch das Wappen der Gemeinde Freigericht trägt die Symbole der beiden Heiligen und ist auf ein im Hauptarchiv gefundenes Siegel des Somborner Pfarrers Johann Ullin ( 1360 bis 1375) zurückzuführen. Es zeigt einen Heiligen mit Schwert und Buch.
In der Zeit von Pfarrer Dangel wurde die Mutter Anna als zusätzliche Patronin dazu genommen und seit Beginn des 20.Jahrhunderts ist nur noch die Bezeichnung Sankt Anna Pfarrei zu finden.
Aus der Pfarrei gingen 2 Bischöfe, 18 Priester, 8 Ordensbrüder und 26 Ordensschwestern hervor, weshalb die Pfarrei als das „Geistliche Mistbeet der Diözese Fulda“ bezeichnet wurde. Allerdings brachten die Archive auch manche Dunkelheit zum Vorschein - besonders die Zeit des 30-jährigen Krieges, die Reformation und Gegenreformation und die Hexenverfolgung mit 139 namentlich genannten Opfern. Auch der Kulturkampf unter Bismarck hatte negative Auswirkungen auf das Freigericht.